
Siegerehrung bei den
European Masters Games - von links: 2. Bernhard Rank (Stemmclub Bavaria 20
Landshut), 1. Oskar Patasi (Slowakei), 3. Gintautas Ceponis
(Litauen)
Die internationale Trophäensammlung des Landshuter Gewichthebers Bernhard Rank wächst weiter: Im italienischen Lignano Sabbiadoro wurde er mit einer Zweikampfleistung von 220 kg im Rahmen der European Masters Games Vizemeister. Der Titel ging mit 235 kg an Oskar Patasi aus der Slowakei und Bronze holte der Litauer Gintautas Ceponis (175 kg).
Unter dem Motto „Sport ein
Leben lang“ - „Sport für alle“ veranstaltete die European Masters Sports
Association (EMSA) bereits zum zweiten Mal die Spiele der Älteren ab 35 Jahre.
Die Erstauflage gab es bereits 2008 im schwedischen Malmö. Die Spiele,
unterstützt und gefördert von der International Masters Games Association
(IMGA) und anerkannt durch das Internationale Olympische Komitee, verkörpern
durch die European Masters Games Association die Olympischen Ideale. Es gilt,
dass Sport ein Menschenrecht für Menschen aller Altersklassen, ungeachtet der
Rasse, sozialen Herkunft, Religion, sexuellen Ausrichtung, wirtschaftlichen
Verhältnisse oder des Geschlechts ist. Die alle vier Jahre durchgeführten European
Masters Games
unterliegen auch den Kontrollen der World Doping Agency (WADA).
In Lignano
ermittelten insgesamt 4108 Athleten aus 61 Nationen in 20 Sportarten, darunter
auch Gewichtheben, ihre Champions. Die Sportlichkeit der „Alten“ zeigte sich
darin, dass etwa 250 Athleten über 70 Jahre alt waren, der älteste Teilnehmer
aus Italien sogar 90 Jahre.
In der Gewichtheber-Masterklasse M4
bis 94 kg zeichnete sich mit der Startgewichtsangabe bereits eine reelle
Medaillenchance für den Landshuter Bernhard Rank ab. Der Einstieg in das
Wettkampfgeschehen gelang mit 95 kg blendend. Der Slowake Oskar Patasi konterte sofort mit 100 kg, Rank scheiterte bei
dieser Last, brachte sie jedoch im dritten Versuch sicher zur Hochstrecke. Patasi verfehlte zweimal 105 kg und somit rangierten der
Bavarianer und der Slowake mit 100 kg gleichauf an der Spitze des Mittelschwergewichts.
Die Goldmedaille in der Einzelwertung sicherte sich jedoch Patasi
aufgrund des leichteren Körpergewichts.
Nach einer optimalen Vorbereitung ging
der Landshuter selbstbewusst ins Stoßen und ausgerechnet diese Disziplin wäre
ihm beinahe zum Stolperstein geworden. Die 120 kg im ersten Versuch setzte er
im „Stand“ um, sie fielen ihm aber vorne ab. In der Wiederholung setzte er
sicher um, bekam aber wegen einer Unsicherheit beim Ausstoßen „2:1 ungültig“.
Erneut stellte Bernhard Rank im allerletzten Anlauf seine Nervenstärke unter
Beweis und wuchtete zur Zufriedenheit der Kampfrichter die Hantel nach oben.
Damit rettete er zwar die Vizemeisterschaft und auch Silber im Stoßen, ein
Taktieren um die Goldmedaille im Zweikampf war aber unter diesen Umständen
nicht mehr möglich. Sicherer Sieger wurde der Slowake Oskar Patasi.
Beeindruckt von den fantastischen
Rahmenbedingungen hat der Bavarianer bereits zwei Fernziele eingeplant: die
World Masters Games 2013 in Turin und die nächsten European
Masters Games 2015 in Nizza.
Dr. Karl Greiner