Klaus Semskij und Eberhard Schwanke Europameister im Bankdrücken
Sensationserfolg für Bavaria-Bankdrücker im luxemburgischen Hamm – Semskij drückt Weltrekord

Unterschiedlicher hätte der Fahrplan zur EM-Krone im Bankdrücken für die beiden Spitzenathleten des Stemmclub Bavaria 20 Landshut kaum sein können: Während Klaus Semskij von der europäischen Konkurrenz nicht gefordert wurde und er sich mit einem neuen Weltrekord (285 kg) als Europameister in der Klasse bis 105 kg der Altersklasse I (40-59 Jahre) schadlos hielt, ging das „Alles-oder-Nichts-Konzept“ von Eberhard Schwanke erst im letzten Versuch auf. Mit 262,5 kg im Superschwergewicht der AKII (50-59 Jahre) setzte er sich zum vierten Mal auf den EM-Thron.
Obwohl die gesamte europäische Spitze
zur Hantel griff - darunter der dreifache Welt- und Europameister Juha Letho aus Finnland, der
Vize-Weltmeister Philippe Szezepanski aus Frankreich
und mit dem Amberger Wolfgang Zimmermann auch die schärfste nationale
Konkurrenz antrat, ließ Klaus Semskij den
Kontrahenten nicht den Hauch einer Chance.
Bereits in der ersten Runde versagten
den Medaillenkandidaten Lehto (230 kg) und Zimmermann
(245 kg) die Nerven und beide blieben ohne gültige Wertung. Der Franzose Vincent
Encinas überraschte die Gegner mit 240 kg, erfuhr
aber postwendend die Überlegenheit des Landshuter Kraftpakets, als dieser 262,5
kg ohne sichtbare Anstrengung nach oben schob.
Im zweiten Durchgang schlossen Arild Kraakenes (Norwegen) und der Finne Lehto
zum Franzosen auf, der sich allerdings nicht mehr steigern konnte. Zimmermann
besserte seine 245 kg erfolgreich aus und lag nun auf Rang zwei. Semskij dominierte weiter mit 267,5 kg.
Von den Medaillenanwärtern schafften
im dritten Durchgang nur drei Heber eine gültige Wertung. Philippe Szezepanski
(Frankreich) brachte nun auch 240 kg unter Dach und Fach, der Amberger erhöhte
auf 252,5 kg und nachdem Semskij nicht mehr einzuholen war, ließ er sich die
Hantel mit der Weltrekordlast (285 kg) beladen. Präzise wie ein Gabelstapler
schob er die gigantische Last fehlerfrei nach oben.
Damit triumphierte er gleich dreifach:
Europameister bis 105 kg, Relativgesamtsieger der EM mit 170,51 Wilks-Punkten und der Athlet, der das schwerste Gewicht der
Veranstaltung drückte. Vizemeister wurde Wolfgang Zimmermann mit 252,5 kg und
um EM-Bronze bewarben sich gleich vier Heber: Philippe Szezepanski
und Vincent Encinas (beide Frankreich), Juha Letho aus Finnland und Arild
Kraakenes (Norwegen) drückten mit 240 kg die gleiche
Last, EM-Dritter wurde aber aufgrund des geringeren Körpergewichts Philippe Szezepanski.
Superschwergewichtler Eberhard
Schwanke machte sich auf einen überaus holprigen Weg zu seinem vierten EM-Gold.
In einer bis zum letzten Versuch spannenden Auseinandersetzung in der AKII
(50-59 Jahre) hatte er zunächst mehr mit den Kampfrichtern als mit den Gegnern
zu kämpfen: Seine beiden Anfangsversuche mit 260 kg fanden keine Anerkennung.
Vor dem letzten und entscheidenden Durchgang führte der Brite Matthew Mackey mit 260 kg vor dem weiteren BRD-Athleten Jürgen
Lochner (255 kg). Der Landshuter setzte mit der Steigerung auf 262,5 kg alles
auf eine Karte und bewältigte erfolgreich diesen Hantelberg. Weder Lochner noch
Mackey gelangen ihre dritten Versuche und somit wurde
Eberhard Schwanke erneut Europameister.
Dr. Karl Greiner