Stemmclub Bavaria holt süddeutsche Vizemeisterschaft im Kraftdreikampf
Schmerzliche Niederlage für den Stemmclub in der 1.Bundesliga – Zukunft der Mannschaft ungewiss

Bundesligastaffel des Stemmclubs mit Kampfrichter Klaus Semskij (vorne rechts), Vorstand und Trainer Bernhard Hoidn (vorne Mitte) und Betreuerteam
Die Entscheidungen in der 1.Kraftdreikampf-Bundesliga sind gefallen: Im Norden steht SV Motor Barth und im Süden SV Fellbach als Gruppensieger fest. Beim Einzug ins Finale um die deutsche Mannschaftsmeisterschaft am 28. Mai bleibt wie in den vergangenen Jahren der Süden außen vor. Die Dominanz der Ostvereine ist ungebrochen und so werden Barth, Herrnburg, Magdeburg und Klötze den Titel unter sich ausmachen.
Mit
einem „Fünkchen“ Hoffnung, doch noch das Blatt zu wenden, startete der
Stemmclub Bavaria 20 Landshut in Neuaubing in die Rückrunde, nachdem er zuvor
bereits die Gruppenführung an die Fellbacher verloren hatte. Die
Baden-Württemberger gaben sich jedoch keine Blöße und distanzierten die Dreihelmenstädter
im direkten Vergleich mit 1819,78:1769,56 kg relativ.
Wenn
auch die Landshuter nur 0,12 Relativpunkte unter dem letzten Wettkampfresultat
blieben, musste sie doch akzeptieren, dass sie von allen anderen
Südgruppenvertretern mit Ausnahme von Neuaubing überrundet wurden. Demnach
konnte in der Endabrechnung die Vizemeisterschaft im Süden mit 4 Relativpunkten
im Durchschnitt gegenüber Power Gym Wiesbaden nur
denkbar knapp gesichert werden.
Überragender
Heber der ganzen Veranstaltung war Junioren-Weltmeister Jewgenij Kondraschow mit 485,80 kg relativ. Er bewegte auch mit
867,5 kg im Dreikampf die schwersten Lasten.
Überraschend
gut in Szene setzte sich Alexander Denk, der 667,5 kg Gesamtleistung beisteuerte
und zweitbester Relativheber der Landshuter war. Abteilungsleiter Daniel Ginzinger kaschierte souverän seinen Trainingsrückstand und
Ludwig Rieger unterstrich seine Top-Verfassung mit zwei neuen Bestmarken
(Bankdrücken 140 kg, Kreuzheben 270 kg).
Pech
hatte Lars Krüger, der aus Verletzungsgründen auf der Bank mit 160 kg keine
gültige Wertung bekam und anschließend zum Kreuzheben nicht mehr antreten
konnte. Glück für den Stemmclub, da von den fünf Teamhebern nur vier in die
Wertung kommen und deshalb das Ausscheiden von Krüger keine Nachteile nach sich
zog.
Außer
Konkurrenz schnupperte der 16-jährige Viktor Prokopv
Bundesligaluft. Der Mittelgewichtler bedankte sich mit Bestmarken in allen
Disziplinen und erreichte beachtliche 435 kg (175/85/175).
Der Stemmclub Bavaria als sechsfacher
deutscher und 16-facher süddeutscher Mannschaftsmeister geht schwierigen
Bundesligazeiten entgegen. Obwohl es dem Verein nicht an Nachwuchskräften
mangelt, wird es noch Jahre dauern, bis die Stammheber ersetzt werden können.
Die Älteren von denen, wie z.B. die Schwankes, ziehen sich immer mehr von den
anstrengenden Mannschaftswettbewerben zurück und hinterlassen eine kaum zu
schließende Lücke.
Rückrunde 1. Bundesliga-Süd, Kampftag
in Neuaubing: SV Fellbach 1818,78; Landshut 1769,56;
Neuaubing 1548,97 kg relativ.
Einzelergebnisse des Stemmclubs: Denk Alexander 667,5 kg
(Kniebeuge 230/ Bankdrücken 192,5/Kreuzheben 245 - rel. 447,49), Rieger
Ludwig 662,5 kg (252,5/140/270 - rel.
405,85);
Ginzinger 720 kg (265/185/270 - rel.
430,42); Kondraschow Jewgenij 867,5 kg (355/185/327,5
- rel. 485,80); ohne Wertung: Krüger Lars 220 kg (220/0/0 – rel. 131,43); außer
Konkurrenz: Viktor Prokopov 435 kg (175/85/175 – rel.
315,98).
Dr. Karl Greiner