Eberhard Schwanke – mit
Weltrekord zur deutschen Meisterschaft
EINE KLASSE FÜR SICH war Kraftdreikämpfer Eberhard
Schwanke bei der deutschen Seniorenmeisterschaft. Mit einer Gesamtleistung von
870 kg sicherte er sich überlegen den ersten Platz.
Gleich zweimal Gold gab’s für die Kraftdreikämpfer vom Stemmclub Bavaria 20 Landshut bei der deutschen Seniorenmeisterschaft in Zahna. Josef Grießl siegte in der Klasse bis 110 kg der Altersklasse 1 mit 772,5 kg (285/157,5/280) und Eberhard Schwanke holte mit zwei Weltrekorden den Titel im zweiten Superschwergewicht der AK II mit 870 kg (335/265/270).
Kraftsportphänomen
Eberhard Schwanke ließ es erneut „krachen“: Obwohl er seit Januar bereits zum fünften
Mal an die Hantel ging, lief er erneut zur Höchstform auf und gab eine selbst
für das Aktivenniveau beachtliche Vorstellung.
Der 55 ½ Jahre alte Superschwergewichtler hob mit 870
kg eine Saisonbestleistung. Schon in der Beuge stellte er mit gigantischen 335
kg sämtliche Konkurrenten in den Schatten, aber auf der Bank zeigte er erneut
Weltklasse. Nach 240 kg steigerte er sofort auf 263 kg um den von ihm selbst
gehaltenen Weltrekord um 0,5 kg zu steigern. Der gewaltige Eisenberg war für ihn kein Hindernis und auch im
dritten Versuch mit 265 kg war er nicht zu bremsen. Als er die Stange mit
solcher Wucht nach oben schleuderte, dass die Eisenscheiben klirrten, jubelte
ihm die große Fangemeinde nicht nur wegen des zweiten Weltrekords an einem Tag
zu, sondern vor allem wegen der scheinbaren Leichtigkeit der Ausführung. Das
Kreuzheben beschloss er mit 270 kg und damit erreichte er im Dreikampf satte
870 kg. In der Geschichte des deutschen Kraftsports gab es in Deutschland
bisher nur ganz wenige, die in der Altersklasse II (50 bis 59 Jahre) mit
Spitzenleistungen der Aktiven aufwarten konnten. Eberhard Schwanke gehört auf
jeden Fall dazu!
Ein weiterer heißer Anwärter auf eine Goldmedaille für den Stemmclub war Josef Grießl in der Klasse bis 110 kg in der Altersklasse 1. Gleich zum Auftakt setzte er sich in der Kniebeuge mit 285 kg an die Spitze des Teilnehmerfeldes, obwohl er den dritten Versuch mit 295 kg verfehlte. Das Bankdrücken – seine Schwäche – beendet er mit 157,5 kg und fiel damit in der Zwischenwertung auf Rang drei hinter Thomas Ziegler (Katzwang) und Achim Kircher (Erzgebirge Aue) zurück. Das Kreuzheben begann Josef Grießl wider Erwarten mit einem Fehlversuch an 270 kg, dann allerdings lief alles wie am „Schnürchen“. Mit der Wiederholung lag er bereits 2,5 kg vor seinem stärksten Widersacher Ziegler und mit 280 kg sammelte er 722,5 kg im Dreikampf. Damit war der deutsche Meistertitel endgültig gesichert.
Karl Greiner