Nicole Steger und Christoph Erbs holen Bavaria-Löwen

 

Mannschaftswertungen gehen an Stockerau und Wien – Sieben Klassensiege für Landshut

 

 

Trotz Top-Resultat „nur“ Vizemeister: Rainer Brandlmeier

 

Die Hoffnungen der Landshuterin Lokalmatadorin Daniela Falck gingen beim 21.Bavaria-Cup im Kreuzheben nicht auf: Die dreifache Gesamtsiegerin musste der Chemnitzerin Nicole Steger den Vortritt lassen, die überlegen mit 200,7 Relativpunkten gewann. Sieger bei den Männern wurde erwartungsgemäß Christoph Erbs vom VfB Klötze mit 211,4 kg relativ. Beide Mannschaftstitel gingen an österreichische Vereine: FAC Gitti-City Stockerau (Frauen) und Body Activ Wien (Männer) distanzierten die Konkurrenz.

 

Wohl gab es in vielen Kategorien packende Leistungsvergleiche um Klassensiege, das Hauptaugenmerk richtete sich aber auf die Auseinandersetzungen um den Gesamtsieg.

Bei den Frauen setzte zunächst die Oberölsbacher Jugendheberin Anja Schreiner mit 147,9 kg relativ die erste „Duftmarke“. Allerdings übernahm postwendend die Juniorin Susann Cichon aus Oppenau mit 174,0 Punkten die Führung. Diese konnte sich gegenüber der Schweizerin Michaela Lässer-Walt (169,3 kg relativ) als stärkster Seniorin (AKI) behaupten, musste aber die AKII-Athletin Friederike Pfeifer aus Stockerau mit 180 Punkten vorbeiziehen lassen.

Als die besten Aktiven eingriffen, hatten diese Zwischenstände keinen Bestand mehr. Daniela Falck überrollte die Konkurrenz mit 192,6 Wertungspunkten und erzielte damit das zweitbeste Resultat, unterlag aber gegen die Chemnitzerin Nicole Steger (200,7 kg relativ).

 

Nach den Jugendentscheidungen führte bei den Männern zunächst Martin Raich aus Imst mit 163,85 Kilopunkten, die Junioren übernahmen aber mit ihrem Star Andreas Breu (Höllhöhe) die Vorherrschaft mit 189,56 Zählern, der sich auch gegenüber allen Gewinnern der Altersklassen behaupten konnte.

In den Aktivenwettbewerben gipfelte die Auseinandersetzung schließlich im Vergleich zwischen dem Sieger von 2008, Jürgen Nemeth (Wien) und Christoph Erbs (Klötze). Nach dem ersten Durchgang lag der österreichische Federgewichtler mit 194,3:192,2 Punkten in Führung, konnte aber dann keine weitere Wertung mehr erzielen. Dagegen lief es bei Christoph Erbs wie am „Schnürchen“. 315 und 330 kg absolvierte er ebenso souverän und sammelte somit die siegbringenden 211,4 Relativpunkte.

Im buchstäblich allerletzten Versuch wollte der Oberölsbacher Jewgenij Kondraschow das Blatt noch wenden, als er sich nach gezogenen 332,5 kg gigantische 377,5 kg aufladen ließ, um Erbs den Bavaria-Löwen um 0,83 kg relativ zu entreißen. Der Eisenberg blieb liegen – der Versuch war umsonst.

 

Das Feilschen um Klassensiege führte zu 16 neuen Cup-Rekorden, wobei schon allein 10 Bestmarken das „schwache“ Geschlecht verbuchte.

 

Die Mannschaftslöwen waren diesmal fest in österreichischer Hand. Neben den starken Damen aus Stockerau (443,7), kam auch das Wiener Männerteam (661,0) erstmals zu Meisterehren. Der Stemmclub Bavaria 20 Landshut, der nach 1997 endlich wieder so gute Titelchancen wie nie hatte, musste im letzten Moment auf Christian Poppe verzichten, der sich beim Aufwärmen verletzte und nicht antreten konnte. Somit blieb es bei Rang drei und der Option weiterhin auf einen Erfolg zu warten.

 

Die Bilanz der Landshuter Athleten kann sich dennoch sehen lassen.

Leichtgewichtler Michael Wimmer von der Turngemeinde holte in der Altersklasse I mit 180 kg den Titel.

 

Der Stemmclub schickte 17 Bewerber an den Start, die sechs Siege, sechs Vizemeisterschaften, zwei Bronzemedaillen und drei vierte Plätze einheimsten.

 

Bei den Damen siegte Daniela Falck im Federgewicht mit 172,5 kg und holte zudem den zweiten Platz in der Gesamtwertung.

In den Jugendwettbewerben „verkauften“ sich die Bavarianer gut. Florian Tikwe eroberte mit 140 kg den Titel bis 75 kg und im Mittelschwergewicht gab es einen Doppelsieg durch Marco Schwarz (180 kg) und Stephan Zankl (165 kg).

Zwei weitere Vizemeisterschaften sammelten Viktor Prokopov bis 67,5 kg mit 152,5 kg und Eugen Feldbusch im Leichtschwergewicht mit 172,5 kg.

 

Gleich drei „Goldene“ gingen auf das Konto der Bavaria-Junioren.

Stefan Merthan (160 kg), Lars Krüger (240 kg) und Matthias Poppe (270 kg) begeisterten durch ihre Überlegenheit in den Klassen bis 67,5 kg, 110 kg und über 125 kg. Pech hatte Superschwergewichtler Stefan Voss (200 kg), der bei Leistungsgleichheit mit dem Sieger Rang zwei zu akzeptieren hatte.

 

Alle Bavaria-Senioren starteten in der Altersklasse I (40 – 49 Jahre). Rainer Brandlmeier musste sich bis 110 kg dem Österreicher Ferdinand Pollinger (Zeltweg) beugen, obwohl er mit 290 kg ein Topergebnis präsentierte. Michael Heinig (215 kg) und Oliver Schwarz (210 kg) loteten mit den Plätzen drei und vier alle Möglichkeiten im 1.Superschwergewicht aus.

 

In der Aktivenklasse erarbeitete sich Leichtschwergewichtler Alexander Denk mit 230 kg Silber. Eine weitere Medaille (Bronze) ging an Andreas Fenzl (270 kg) bis 110 kg, dahinter platzierte sich Vereinskamerad Hans Müller mit 260 kg. Den selben Rang gab es in der 100 kg-Kategorie für Ludwig Rieder (220 kg).

 

Karl Greiner